Das Burger Museum. 

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Kirche & Doktorhaus

Die beiden ältesten Gebäude in Burg:
Die Petri-Kirche und das Doktor-Haus

Petrikirche und Doktorhaus: Seit Jahrhunderten hat sich hier außer der Vegetation nichts verändert.

 

Die Petri- Kirche

Die Burger Petri-Kirche mit Glockenstuhl

 


Sie ist das älteste Gebäude im Kirchspiel und wurde erstmals 1281 schriftlich erwähnt, soll aber Mitte der 12. Jahrhunderts  3 Jahre nach der Tötung des Grafen Rudolf im Jahre 1148 als Sühne- oder Wallfahrtskirche aus Felssteinen erbaut worden sein. Bei späteren Ausbesserungsarbeiten wurden wurden immer mehr Felssteine durch Ziegelsteine ersetzt. Der kleine Kirchturm wurde nach 1600 auf dem Kirchendach errichtet und musste, da er besonders Blitzschlag gefährdet war, bis heute mehrfach ersetzt werden. Bis 1896 eine Dampfheizung eingebaut wurde mussten sich die Kirchenbesucher mit einer "Feuerkieke" behelfen, eine Art Stövchen, auf das man zum Aufwärmen die Füße setzte.
1963-65 wurde das Kircheninnere grundlegend renoviert. Dabei wurden die beiden Emporen neben dem Altar entfernt. Auf diesen hatten bis dahin 80 bis 90 Menschen Platz, die eine Seite war für das männliche, die andere für das weibliche Geschlecht bestimmt.

Ausführlich nachzulesen in "Burger Geschichte - Burger Geschichten"
von Inge Hurtienne

 Das Doktorhaus

Das Doktorhaus in der Großen Bergstraße mit Kriegerdenkmal

 


Das "Doktorhaus" 
ist das älteste Wohnhaus in Burg. Es wurde im Jahre 1613 als "Capelanie" d.h. als Haus für den zweiten Geistlichen, den Caplan gebaut. Der hatte gleichzeitig in seinem Hause die Kinder seiner Kirchspielsschule zu unterrichten, der er vorstand. 1720 brauchte die Kirche das Haus nicht mehr und das Anwesen wurde fast 100 Jahre lang Kirchspielsvogtei. Kirchspielsvogt Meßner und sein Sohn waren beide Hobby-Archäologen und richteten in ihrem Haus ein Privatmuseum ein. Am 13.Juli 1799 bekamen sie hohen Besuch von Dänischen Kronprinzen. 
Mit Carl Klenze zog 1870 eine interessante und wichtige Persönlichkeit in das Doktorhaus ein, dessen umfangreiche handschriftliche Memoiren bis heute erhalten sind.
1894 erwarb Humanmediziner Dr. Georg Rassau das Haus und richtetet hier seine Arztpraxis ein. Dr. Rassau hatte einen großen Umkreis zu versorgen und sein Kutscher Johann fuhr ihn bei Wind und Wetter überall hin. Johann wohnte im Nebengebäude, dem Kutscherhaus, das auch heute noch steht. Sein Sohn Theodor wurde ebenfalls Mediziner und übernahm 1924 die Praxis.  Er war als "Tetsche" allgemein bekannt und beliebt. Wie sein Vater war auch er unermüdlich Tag und Nacht im Einsatz, statt eines Kutschers begleiteten ihn nach dem Krieg sein VW-Käfer und seine dicke Zigarre. 
1971 verkaufte Dr. Rassau seine Praxis an den Sohn seines Burger Kollegen. Dr. Michael Osterholz richtete  hier mit seiner Frau Inge, die ebenfalls Ärztin ist, seine Praxis ein. Wie ihre Vorgänger wohnen auch sie in dem traditionsreichen geräumigen Haus und haben mit viel Fingerspitzengefühl den Stil und Charakter des ältesten Burger Wohnhauses bis heute erhalten. Es wurde inzwischen seit über 100 Jahren bis Ende März 2004 als "Doktorhaus" genutzt.

 

 

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